Bürgerentlastungsgesetz/Unterhalt

Das Bürgerentlastungsgesetz gewährt seit dem 01.01.2010 den steuerpflichtigen Bürgern

Entlastung durch

  • höhere Grundfreibeträge
  • Kindergelderhöhung um 20,00 € und Erhöhung der Kinderfreibeträge auf 7.008,00 € je Kind
  • Absetzbarkeit der Krankenversicherungsbeiträge

und damit neue finanzielle Spielräume, die auch unterhaltsrechtliche Auswirkungen haben können.

Unterhaltsansprüche wurden und werden in der Regel auf der Basis des zur Verfügung stehenden Nettoeinkommens berechnet. Da aufgrund der vorstehend genannten steuerlichen Entlastungsmöglichkeiten das Nettoeinkommen sowohl von Angestellten als auch von Selbständigen erheblich steigen kann, empfiehlt sich eine Überprüfung bestehender Unterhaltsverpflichtungen und zwar dahingehend, ob eine Erhöhung beansprucht werden kann oder auch eine Herabsetzung, weil der Unterhaltsberechtigte ein höheres anzurechnendes Nettoeinkommen bezieht.

Allerdings führen die steuerlichen Entlastungsmöglichkeiten erst ab einem mittleren Einkommen und dann aber besonders bei Alleinstehenden zu einer deutlichen Erhöhung des Nettoeinkommens, wie die nachfolgende grobe Tabelle zeigt:

Monatliches Monatliche
Bruttoeinkommen Ersparnis ca.
Single Verheiratet
ein Erwerbseinkommen
2.000 € 23 € 5
2.500 € 40 € 7
3.000 € 60 € 25
3.500 € 83 € 35
4.000 € 99 € 39

Unterhaltspflichtige konnten bislang und können zukünftig die Unterhaltszahlungen an den getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten als Sonderausgaben absetzen – Realsplitting – bis zu einem Höchstbetrag von 13.805,00 €. Ab dem 01.01.2010 dürfen zusätzlich Beiträge zur Krankenversicherung und Pflegeversicherung, die der Grundversorgung des unterhaltsberechtigten Ehegatten dienen und vom Unterhaltspflichtigen gezahlt werden, als Sonderausgaben abgesetzt werden, unabhängig davon, wer Versicherungsnehmer ist. Der sich aus dem Realsplitting ergebende Steuervorteil kann gleichermaßen die Basis einer Unterhaltsberechnung, d.h. das zur Verfügung stehende Nettoeinkommen wesentlich verändern und eine Unterhaltsabänderung rechtfertigen.

Sie soltlen gegebenenfalls einen Fachanwalt für Familienrecht bitten, eine neue Unterhaltsberechnung anzustellen.